Liebe Nachbarn,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Infraserv Höchst plant
den Bau einer der größten Müllverbrennungs-Anlagen Deutschlands, eine
sog. Ersatzbrennstoff-Anlage (EBS) im Industriepark Höchst. Pro Jahr
sollen 700.000 Tonnen vorsortierter Müll auf der Südseite des Werkes in
einer großen Anlage mit vier Schornsteinen verbrannt werden. Da es in
unserer Region derzeit bereits ausreichende Entsorgungs-Kapazitäten
gibt, beantragte Infraserv den Müll aus weiterer Entfernung per LKW
hertransportieren zu dürfen. Im Erörterungstermin wurde von Infraserv
immer wieder neben „Süd-West-Deutschland“ Europa als Quelle des Mülls
genannt. Inzwischen behauptet Infraserv den Müll alleine aus Deutschland
beziehen zu können. Offiziell wurde es jedoch anders beantragt!
Die Folgen dieser Anlage für unsere Region wären fatal!
In unserer Region ist
die Luft bereits schon belastet und damit „schlecht“ genug. Der ab 2010
europaweit gültige Grenzwert für Stickoxide (NO2) wird an der
Messstation des Landes Hessen in Frankfurt-Höchst deutlich
überschritten. Im Jahr 2006 wurden 47µg/m_ gemessen, der Europäische
Grenzwert beträgt 40µg/m_. Hinzu kommen Belastungen mit Feinstaub,
Schwermetallen, wie Cadmium, Quecksilber, Arsen und viele andere
Industrieschadstoffe, die unsere Gesundheit gefährden.
Der geplante Müllofen alleine würde mehr
Stickoxide ausstoßen, als der gesamte bisherige Industriepark zusammen!
Bei anderen Schadstoffen sieht es
ähnlich aus!
Dazu käme noch die
Belastung, die aus dem täglichen LKW-Anlieferverkehr resultiert.
Infraserv hat 480 LKW-Bewegungen für „Normal-Tage“ und 960 für
„Spitzen-Tage“ beantragt. Auch wenn diese LKW allein über die Autobahn
kommen sollen, ist die Zusatzbelastung doch erheblich!
Jeder zusätzliche
LKW bedeutet mehr Stau und Abgase auf unseren Autobahnen!
Umweltgifte belasten die gesamte Region!
Aber der Industriepark
Höchst braucht doch den Strom? …der Müllofen soll die Eigenerzeugung an
Strom um 20% (von 40% auf 60%) steigern. Dies wäre auch mit einem
umweltfreundlicheren Kraftwerk möglich, z.B. mit einem Gas-Kraftwerk,
wie es im Industriepark Griesheim geplant ist.
Auch
abfall-politisch ist eine solche Großmüllverbrennung ein Rückschritt.
Müll vermeiden statt
verbrennen wäre eigentlich das Beste! Nach der Logik der Infraserv
müssten wir Alle in den nächsten 30 Jahren immer mehr Müll produzieren,
um den Strombedarf des Industrieparks zu decken. Wer auf Müll als
Brennstoff setzt, geht ein unnötiges Risiko für die Stromversorgung ein
und gefährdet damit Arbeitsplätze!
